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Presseartikel Musical Elisabeth

 
Audition für das Musical "Elisabeth" 2006

 

Persönlichkeit mit schöner Stimme
Rund 500 professionelle Interessenten meldeten sich für die Audition zum Musical Elisabeth». Die ThunerSeespiele sind gedanklich bereits im Wien des 19. Jahrhunderts – während «Miss Saigon» derzeit noch läuft.«20 Profis, 40 Chormitglieder plus zwei Kleinsoli, acht Tänzerinnen und zwei bis vier Knaben» steht auf der Liste des Auswahlgremiums für die Audition zum Musical «Elisabeth»; dieses wird von den ThunerSeespielen nächstes Jahr inszeniert. Das Interesse der Profi-Sängerinnen und -Sänger ist gross: Rund 500 haben sich auf die Ausschreibung gemeldet, darunter Studienabgänger von Musikhochschulen und gestandene Profis. Den Auftakt am Dienstagmorgen macht die junge Bernerin Damaris S. Jenzer, die für die Hauptrolle als österreichische Kaiserin Elisabeth vorsingt.

 

Strenges Auswahlverfahren
Nervös sind alle, egal ob Vollprofi oder Anfängerin. «Ich bin mir bewusst, dass ich noch viel arbeiten muss – auch schauspielerisch», gesteht die klassische Sängerin im anschliessenden Gespräch mit Regisseur Ueli Bichsel und dem musikalischen Leiter Iwan Wassilevski. Doch für ihr erstes Casting legt Jenzer eine beachtliche Leistung hin. Leicht hat sie es nicht; die Auswahlkriterien sind streng. «Wir achten primär auf die Persönlichkeit und darauf, dass die Profis teamfähig sind und mit Laien zusammenarbeiten können», erklärt Ueli Bichsel. Logischerweise spielen auch Stimme, Intonation und schauspielerische Elemente eine Rolle.

 

Vollprofi oder Nachwuchs?
Einfach fallen werden die Entscheide den Verantwortlichen nicht. Nach jedem Vorsingen mit anschliessendem Kandidatengespräch fällt das Gremium ein erstes Urteil und setzt eine Note. «Vielleicht führen wir eine zweite Audition durch, bei der die Besten nochmals vorsingen und szenisch arbeiten müssen für den definitiven Entscheid», sagt Wassilevski. Es sei schwerer, Bekannte zu beurteilen als neue Bewerberinnen und Bewerber, meinen alle Beteiligten. Und von ehemaligen Darstellerinnen und Darstellern in «Evita», «Anatevka» und dem jetzigen Musical «Miss Saigon» haben sich etliche gemeldet. So auch Monica Quinter, die Schweizer Musicalsängerin, die 2003 als Evita Peron in Thun spielte. «Ich wollte die Elisabeth schon immer spielen – und ich weiss, dass ich diese Rolle ausfüllen kann», erklärt sie selbstsicher.Mit einem anderen «Problem» kämpft Ulrike Nieding, die in «Miss Saigon» auch als Gigi auf der Thuner Seebühne steht. «Viele Theater haben nicht den Mut, eine Farbige zu engagieren, wenn das Stück im Wien des 19. Jahrhunderts spielt», hat sie festgestellt. Doch Bichsel beruhigt: «Für eine andere Rolle als die der Elisabeth ist die Hautfarbe nicht wichtig.» Das Aussehen falle nicht ins Gewicht – auch, wenn die historische Elisabeth eine Wespentaille vorwies. «Viel wichtiger ist, dass wir eine Art Familie bilden», erklärt Ueli Bichsel. «Dann steht jeder im Ensemble mit vollem Engagement auf der Bühne und erfüllt nicht bloss seine Pflicht.»

 

www.thunerseespiele.ch


 

Das Musical, die Story und die Darsteller

Professionelle Darsteller. Von links nach rechts: Carin Lavey, Armin Rostami, Nico Gaik, Manuela Floryan, Christoph Goetten, Willemijn Verkaik, Jan-Martin Mächler, Sergio-Maurice Vaglio, Damaris S. Jenzer, Caroline Schneider und Samuel Kobel. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

Thuner Seespiele: «Elisabeth» – ein weiteres Musical der Spitzenklasse

Das Musical «Elisabeth» von Michael Kunze und Sylvester Levay, aufgeführt in sämtlichen renommierten Musical-Theatern auf der Welt, kommt im Sommer 2006 nach Thun: Vom 19. Juli bis 30. August bringen die Thuner Seespiele – in deutscher Sprache – die Geschichte der österreichischen Kaiserin Elisabeth (1837 bis 1898) erstmals als Freilicht-Uraufführung in einer freien Inszenierung auf die Seebühne.

ds/pvr. Als eine wesentliche Neuerung wurde an einer Medienorientierung der Thuner Seespiele AG thunerseespiele.ch vom Freitag unter anderem auf den um 25 Minuten auf 19.45 Uhr vorverlegten Aufführungsbeginn hingewiesen. Dadurch endeten die Vorstellungen bereits um 22 Uhr, was bedeute, dass sich nichtmotorisierte auswärtige Besuchern weniger beeilen müssten um öffentliche Verkehrsmittel zu erreichen. Im weiteren wurde an der Medienorientierung angekündigt, dass im Sommer 2007 das Musical «Les Miserables» von Victor Hugo aufgeführt werden soll.

Die Hauptdarstellerin der Sissi (Willemijn Verkaik) und der Tod (Christoph Goetten).

Ein Platz in der Geschichte

«Elisabeth» ist das Porträt einer jungen Frau, die sich zum Mythos entwickelte. Dafür gab «Sissi» – von 1854 beziehungsweise 1867 bis zu ihrer Ermordung am 10. September 1898 in Genf Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn – schon zu Lebzeiten allerlei Grund, etwa ihre aufsehenerregende Erscheinung, gepaart mit einer besonderen Scheu vor der Öffentlichkeit. Oder die fast übertrieben anmutende Pflege ihrer Schönheit gegenüber der selbstbewussten Weigerung, sich in anderen Dingen, wie den geforderten weiblichen Rollenmustern anzupassen. Nicht zuletzt auch die natürliche Herzlichkeit im Umgang mit den Menschen sowie die oftmals absichtliche Brüskierung der Wiener Hofgesellschaft trugen dazu bei, ihr einen Platz in der Geschichte zu sichern.

Sissi (Willemijn Verkaik) und ihr Gatte Kaiser Franz Joseph (Jan-Martin Mächler). Am Flügel Jean-Jacques Schmid.

Authentische themenbezogene Gastronomie in österreichisch-ungarischer Ambiente

Schon zu Zeiten der Kaiserin Elisabeth wussten die Leute zu Hofe, was Geniessen und Erleben heisst. Die Thuner Seespiele AG will diese Tugend zusammen mit dem Caterer SV Schweiz AG aufrechterhalten: «Die Restaurants und Bars der Thuner Seespiele, wunderschön dekoriert und gestalterisch umgeben von einem Hauch von Österreich, präsentieren sich in einem jungen und kreativen Ambiente, das für jedes Budget etwas anbietet. Die Gäste stehen bei uns im Mittelpunkt und sollen dies auch spüren. Deshalb begegnen wir auch aussergewöhnlichen Gästewünschen mit besonderer Aufmerksamkeit.» Das klimatisierte Musical-Restaurant mit grosser gedeckter Terrasse und rund 450 Sitzplätzen bietet nach Angaben der Thuner Seespiele in einer hochklassigen und gepflegten Umgebung aus einem reichhaltigen Gourmetbuffet österreichisch–ungarische Köstlichkeiten: «Die VIP-Bar und -Lounge ist wichtiger Treffpunkt für Sponsoren und Partner und nach dem Musical auch für Schauspieler. Gartenrestaurant und Bar sind der zwangslose Treffpunkt für Musicalbesucher, aber auch für Spaziergänger aus der Umgebung vor, während und nach dem Musical. Sie sind dabei und geniessen den unvergleichlichen Duft und die Atmosphäre des Festspielgeländes hautnah. In Selbstwahl bieten wir für zirka 400 Gäste ein kleines aber feines Angebot von österreichisch-ungarischen aber auch internationalen Köstlichkeiten und Getränken an.»

Bühnenbildner Dany Rhyner (links) und Regisseur Ueli Bichsel mit einer Modelldarstellung der Bühnenbildelemente.

Das tragische Leben und Sterben der Elisabeth von Österreich

Regisseur Ueli Bichsel: «Obwohl der Mythos Elisabeth immer wieder Erinnerungen an die Sissi-Filme Ernst Marischkas der fünfziger Jahre und dessen Ausstattungskitsch aufleben lassen, vermag sich das moderne Musical ‹Elisabeth› als eigenständiges Werk der modernen Musicalgeneration stark zu behaupten. Sylvester Levay mischt im durchkomponierten Werk die Elemente des Rock, Pop und Jazz und Michael Kunze verleiht mit seinen prägnanten Texten dem Musical einen sehr eigenständigen Charakter. Kaiserin Elisabeth als Person zeichnen Hypersensibilität, Todessehnsucht, Menschenverachtung als Frau von Adel des 19. Jahrhunderts aber auch Intelligenz und Skepsis als geradezu moderne Frau, ihrer Zeit voraus, aus.Das Musical zeigt die Kaiserin Elisabeth als ein unglückliches Frauenschicksal in den Zwängen ihrer gesellschaftlichen Stellung, als eine um ihre Freiheit ringende Frau mit einer starken Neigung zur Egozentrik. Da sie einer Welt angehört, deren Untergang feststeht, führt diese sogenannte Modernität Elisabeth in eine ausweglose Isolation. Ihre Ermordung durch den italienischen Anarchisten Luigi Lucheni war ein symbolisches Verbrechen, welches das Ende einer tausendjährigen Kulturepoche vorwegnahm. Es ist erklärte Absicht der ‹Elisabeth›-Aufführung, das glatte, süssliche Bild von Sissi und ihrer Epoche einer kritischen, wenn auch über weite Strecken unterhaltsamen Untersuchung zu unterziehen. Zwei Zeitebenen werden verwoben mit drei Inszenierungsebenen: Die Vorstellung beginnt mit Luchenis ‹Warum? – seit hundert Jahren dieselbe Frage ...!›. Wir sind also im Heute und versuchen eine historische Tat sowie Entwicklungen, die zu ihr geführt haben, und einige, die davon ausgingen, zu verstehen. Luigi Lucheni führt uns durch das Musical, lässt uns auf der Heute-Ebene in die historische Ebene abtauchen, lässt vor uns Bilder und Schicksale aus der Zeit vor hundert und mehr Jahren aufleben. Die phänomenale Alpenwelt, der wunderbare See, die belebte Natur als hinterste Kulisse sind der liebliche und von weitem schöne Hintergrund, der die Umgebung der Handlung symbolisiert. Das stilistisch abstrakt und geometrisch klar gegliederte Bühnenbild führt den Betrachter einfach und schnell an jeden Ort der Handlung. Die vier überdimensionalen, verschiebbaren Elemente, transparent oder dicht, offen oder geschlossen und die zwei breiten Treppen auf der grossen 20-Meter-Drehbühne werden raffiniert eingesetzt und lassen den Zuschauer mitleben und mitdenken. Das Blattgold der Baukörper-Oberflächen wie auch das höfische Blau des Bühnenbodens zeichnen zusammen mit den majestätischen Treppen und einem gefühlvollen, starken Lichtdesign als Symbole des kaiserlichen Hofes. Die Farben und das Design der Kostüme vereinen die historische und die heutige Ebene in ausdrucksstarker aber nicht überschwänglicher oder kitschiger Form. Auf der Bühne und damit im Vordergrund und im Zentrum des Geschehens steht der einzelne Mensch und sein Schicksal. Eines der wichtigsten Elemente in der Schilderung Elisabeths Leben ist das Verhältnis der Kaiserin zum Tod: Er ist allgegenwärtiger Begleiter, Liebhaber, Freund, Gegner, Feind. Magisch ist Elisabeth an ihn gefesselt, kein Gedanke, keine Handlung bleibt ihm verborgen, er lenkt die Geschicke der Kaiserin vom Anfang bis zu ihrem Ende. Die Ästhetik der Inszenierung – kein Firlefanz, kaum Requisiten, Reduktion und Fokussierung auf das Wesentliche und die Tiefe im Stück – lässt die Personen und die Musik, die sie umgibt, zum Zentrum des Geschehens werden und geben der Inszenierung die gesuchte Ästhetik. Die Zuschauer sollen berührt, bewegt und erfüllt vom Musicalgenuss die Vorstellung erleben und das eingeprägte Sissi-Bild durch die Inszenierung und dessen vermitteltes Bild der modernen Umsetzung des Musicals ersetzen.»

 

Die Hauptdarsteller aus dem Berner Oberland, die beiden in Thun geborenen Jan-Martin Mächler (links) und Sergio-Maurice Vaglio (rechts) flankieren die in Interlaken als PR-Frau arbeitende Darstellerin Caroline Schneider.

Budget von 9,3 Millionen Franken

Mit ihrem vierten, mit einem Budget von 9,3 Millionen Franken ausgestatteten Musical-Projekt wollen die Thuner Seespiele im Sommer 2006 – die Veranstalter rechnen mit rund 73 000 Zuschauern – wiederum ein unvergessliches Erlebnis bieten: «Es sind nicht allein die spannende Inszenierung vor der atemberaubenden Naturkulisse und das motivierte Team mit über 400 Personen – Darsteller und Helfer in allen Bereichen von der Gastronomie bis zum Sanitätsteam sowie im Leitungsteam – sondern auch die gepflegte Zeltstadt und die reichhaltige Gastronomie, welche die Thuner Seespiele auch im Jahr 2006 zum einmaligen Gesamterlebnis werden lassen.»